ABBAYE DE TAMIÉ
In der Zisterzienser-Abtei Notre-Dame de Tamié leben noch etwa 25 Trappisten-Mönche. Die Herstellung des gleichnamigen monasterischen Käses, der hier beschrieben wird, lag bereits im 19. Jahrhundert in den Händen der Geistlichen.
Die malerische Abtei liegt auf 900 Höhenmetern in den französischen Voralpen Savoiens, westlich der Stadt Albertville. Das Massif des Bauges, in dem die Kühe der Milchbauern weiden, liegt in Mitten eines riesigen alpinen Naturschutzgebietes. Wie für hochwertigen Rohmilchkäse üblich, wird hier ausschließlich Heu gefüttert. Das Verfüttern von Sillage verbitten sich die Mönche. Im Kloster Tamié legt man großen Wert auf langfristiges, nachhaltiges Denken. Das Kloster selbst z.B. wird ausschließlich mit der Wärme einer Biogasanlage zur Vergärung der Molke betrieben.
Das Kloster wurde 1132 gegründet, verlor in der Französischen Revolution seine Bestimmung, wurde zerstört und erst 1827 wieder aufgebaut. So konnten die Trappisten die Abtei seit dem Jahr 1861 wieder bewirtschaften. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Produktion von Käse wichtig für das wirtschaftliche Überleben der Mönche.
Die Tradition der monasterischen Käse aus Rohmilch geht auf die Rezeptur der Abtei von Port-de-Salut zurück. Diese wurde von einem Mönch der Abtei von Morimont aufgegriffen. Erwiederum musste während der Revolution fliehen und verbreitete sein Wissen. Manchen wird die kommerzielle Marke „Port-Salut“, die industriell von dem Konsortium „Belfoodservices“ hergestellt wird, ein Begriff sein. Darüber aber wollen wir keinen weiteren Satz verlieren. Die Ursprünge sind die gleichen - wir widmen uns hier der handwerklichen Herstellung.