LAGUIOLE
Der Ort Laguiole (gesprochen: /la.gjɔ.lə/) befindet sich in der Gegend des Aubrac mitten im französischen Zentralmassiv. Geografisch ist die Gegend auf dem Breitengrad von Arcachon und befindet sich im Dreieck zwischen den Städten Clermont-Ferrand, Toulouse und Montpellier.
Stellen Sie sich eine extrem dünn besiedelte, karge und vulkanische Mittelgebirgslandschaft vor und Sie befinden sich im Aubrac. Berühmt ist Laguiole wegen seiner Messer mit eine Schaft aus Kuhhorn…und eben wegen seines Käses. Die Drei-Sterne Köche Michel und Sébastien Bras haben die Gegend in die Hochküche gebracht. Wunderschön und mit vielseitigen Landschaftsbildern, einer relativ unberührten Fauna, beherbergt das Aubrac eine stolze Bevölkerung. Diese hat ein großes Interesse, nicht in Vergessenheit zu geraten. Wie so häufig definieren sich die Menschen über ihr Handwerk und ihre Produkte.
Man liest unterschiedlich über die Tradition des Laguiole-Käses. Zweifelsohne beruht die Herstellung auf monasterischem Wissen: Mal im 12., im 14. oder 15. Jahrhundert ; auf jedem Fall sehr alt, sehr traditionell! Dieses Wissen, ging an die sogenannten „buronniers“ über, die während der „estive“, also der Weidezeit, die sogenannten „burons“: Steinhütten im Gebirge, bewirtschafteten. Nachvollziehbar ist in diesem Zusammenhang - zu Zwecken der Konservierung - die Herstellung großer und stark gepresster Käselaibe von 30-50kg. Man musste im Sommer den Vorrat für den Winter schaffen. Käse war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts lukrativer als die Vermarktung von Fleisch. Für die Herstellung des Laguiole kam natürlich nur die autochtone Rinderrasse „Aubrac“ in Frage. Wunderschöne, etwas kleinere Tiere mit beeindruckend ausladendem Horn. Diese Tiere kamen besonders gut mit der kargen Vegetation der Höhenlagen zurecht.